T-Positiv: Deutsche Telekom steigert Umsatz und Gewinn

6. August 2009 | by Silvia Kling

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Gute Nachrichten von der Telekom – dem Ausland sei Dank. Die Deutsche Telekom hat im zweiten Quartal Umsatz und Gewinn gesteigert und verbucht nach Steuern eine halbe Milliarde Euro Gewinn. Um exakt zu sein: 521 Millionen Euro.

Der T-Konzern teilte zudem heute morgen in Bonn mit, dass sich der Umsatz zwischen April und Juni 2009 um 7,4 Prozent auf 16,2 Milliarden Euro gesteigert hat.

Insbesondere dem starken USA-Geschäft und der Griechenland-Beteiligung Hellenic Telecom (OTE) ist dies zu verdanken – allerdings nahmen die Erlöse in Deutschland ab.

Zudem blieb das Umsatzwachstum der Telekom unter den Prognosen und vor allem der Nettogewinn war deutlich schwächer als erwartet. Der Telekom-Vorstandschef René Obermann blickt nun vorsichtig in die Zukunft und bestätigte entsprechend die gesenkte Prognose.

Ab 10 Uhr wird die Telekom-Pressekonferenz über die Telekom-Webseite im Internet übertragen.

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TechPR*** Pressemitteilung *** Deutsche Telekom stabilisiert das Geschäft im zweiten Quartal und bestätigt Prognose für das Gesamtjahr 2009

06.08.2009

Nach einer positiven Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal ist die Deutsche Telekom auf gutem Weg, ihre Ziele für das Jahr 2009 zu erreichen. So legte der Konzern im zweiten Quartal beim Umsatz 7,4 Prozent auf 16,2 Milliarden Euro und 8,4 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro beim um Sondereinflüsse bereinigten EBITDA zu. Der bereinigte Konzernüberschuss entwickelte sich im zweiten Quartal mit einem Plus gegenüber dem Vorjahr von 19,4 Prozent auf 0,8 Milliarden Euro. Die griechische OTE steuerte im zweiten Quartal 1,5 Milliarden Euro zum Umsatz und 0,5 Milliarden Euro zum bereinigten EBITDA bei.

Das für die USA, Großbritannien und Polen im April aufgesetzte Maßnahmenpaket beginnt zu wirken. In allen drei Ländern sanken die operativen Kosten und stieg die EBITDA-Marge im Vergleich zum ersten Quartal. „Wir haben in einem schwierigen Umfeld zum richtigen Zeitpunkt konsequent gegengesteuert. Die Zahlen des zweiten Quartals stimmen uns zuversichtlich für das Gesamtjahr. Wir bestätigen entsprechend unsere Prognose für 2009“, sagte Vorstandsvorsitzender René Obermann.

Durch die Konsolidierung der griechischen OTE stieg der Umsatz im ersten Halbjahr im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 6,8 Prozent auf 32,1 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA legte um 5,6 Prozent auf 10,1 Milliarden Euro zu und der bereinigte Konzernüberschuss um 2,0 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Der Beitrag der OTE betrug beim Umsatz 2,4 Milliarden Euro, beim EBITDA 0,9 Milliarden Euro. Der Free Cash-Flow lag im ersten Halbjahr bei 1,8 Milliarden Euro, wovon im zweiten Quartal 1,4 Milliarden Euro erwirtschaftet wurden.

Der Rückgang beim Free Cash-Flow gegenüber den im ersten Halbjahr 2008 erzielten 3,6 Milliarden Euro liegt vor allem im Anstieg der Investitionen begründet. Die Deutsche Telekom investierte – bereinigt um OTE – im schwierigen Umfeld des ersten Halbjahrs 2009 rund 13 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. So wurde beispielsweise das Mobilfunknetz in den USA ausgebaut und wurden auch weitere „weiße Flecken“ bei der DSL-Versorgung in Deutschland geschlossen. Insgesamt 160 000 Haushalte wurden dabei erstmals an das Breitbandnetz angeschlossen. Hierzu trugen auch mehr als 400 Kooperationen mit Kommunen zum Aufbau des schnellen Internets bei.

Trotz hoher Investitionen setzte der Konzern gleichzeitig seine Sparan­strengungen fort. Zum 30.06. wurde die Kostenbasis gegenüber 2005 um 4,9 Milliarden Euro reduziert und das Ziel des Programms „Save for Service“ vorzeitig erreicht. Die Sparanstrengungen im Konzern werden dennoch weitergehen. Auch die Integration der OTE bringt schneller als erwartet Erfolge. Im ersten Halbjahr wurden bereits Maßnahmen eingeleitet, die zu jährlichen Synergien von 84 Millionen Euro führen. Das ist deutlich mehr, als ursprünglich für das Gesamtjahr 2009 vorgesehen war.

Sehr erfolgreich verlief das Geschäft für T-Home in Deutschland. Die Festnetzsparte schraubte dank strikter Kostendisziplin die Marge nach oben, erzielte bei den DSL-Nettoneukunden im zweiten Quartal einen herausragenden Marktanteil von 59 Prozent und steigerte die Kundenzahl beim IP-TV-Angebot Entertain auf mehr als 720 000 vermarktete Verträge. Eine weiterhin positive Entwicklung zeigt sich bei T-Systems. Im Systemgeschäft wurden nach dem Turnaround im vergangenen Jahr die Margen gesteigert. Dank Effizienzgewinnen konnten hier leichte Umsatzrückgänge kompensiert werden.

Zum 30. Juni 2009 betreute die Deutsche Telekom weltweit rund 150 Millionen Mobilfunkkunden. Auf vergleichbarer Basis sind das acht Millionen mehr als vor einem Jahr. Im Festnetz wuchs der Kundenbestand im in- und ausländischen Retail-Breitbandgeschäft im gleichen Zeitraum um 16,7 Prozent von 12,4 auf 14,5 Millionen.

Die Entwicklung der operativen Segmente im Überblick

Mobilfunk

Getrieben durch die Einbeziehung der OTE-Mobilfunktochter COSMOTE verzeichneten die europäischen Mobilfunkgesellschaften im zweiten Quartal einen Umsatzanstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,0 Prozent. Gleichzeitig stieg das bereinigte EBITDA um 5,3 Prozent. Dies zeigt einen deutlichen Aufwärtstrend gegenüber dem ersten Quartal, in dem noch ein deutlicher EBITDA-Rückgang zu verzeichnen war. Im Halbjahresvergleich verbleiben ein Umsatzplus von 3,9 Prozent und ein EBITDA-Rückgang um 1,4 Prozent.

Der Umsatz der T-Mobile Deutschland fiel in den ersten sechs Monaten des Jahres um 2,2 Prozent niedriger aus als im gleichen Zeitraum 2008 und lag bei 3,8 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA sank um 4,1 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Einflussfaktoren waren hier neben dem unvermindert scharfen Wettbewerb auch Regulierungsentscheidungen.

T-Mobile Deutschland behauptete die führende Position auf dem Heimatmarkt.

In den USA wurden die Anstrengungen beim 3G-Netzausbau intensiviert. Das Jahresziel einer Bevölkerungsabdeckung von 200 Millionen bleibt im Fokus, um einen größeren Kundenkreis zu erschließen. Im ersten Halbjahr verzeichnete T-Mobile USA auf Euro-Basis einen Umsatzanstieg von 15,7 Prozent und ein EBITDA-Plus von 12,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zuwächse sind allerdings in erster Linie auf Wechselkurseffekte zurückzuführen. Betrachtet man die Zahlen in US-Dollar, errechnen sich ein Umsatzplus von 0,8 Prozent und ein EBITDA-Rückgang um 2,3 Prozent.

Der im April verabschiedete Maßnahmenplan wirkte sich bereits im zweiten Quartal positiv aus. So wurden die operativen Kosten im Vergleich zum ersten Quartal um rund 7 Prozent gesenkt, die EBITDA-Marge stieg dank dieser Maßnahmen von 25,7 auf 30,0 Prozent.

Auch in Großbritannien zeigte das Maßnahmenpaket Wirkung. Hier hatte die EBITDA-Marge von Januar bis März noch 13,5 Prozent betragen, zwischen April und Juni stieg sie dank Kostensenkung auf 17,3 Prozent. Der Umsatz der T-Mobile UK sank im ersten Halbjahr in Landeswährung um 4,2 Prozent, das bereinigte EBITDA ging gleichzeitig um 28,0 Prozent zurück. Hier zeigt sich im Jahresverlauf eine positive Entwicklung: Während das EBITDA-Minus gegenüber dem Vorjahr im ersten Quartal noch bei 40,8 Prozent gelegen hatte, waren es im zweiten Quartal nur noch minus 13,5 Prozent.

Sehr erfolgreich hat die polnische PTC ihre Kostenbasis reduziert. Gegenüber dem ersten Quartal sanken die operativen Kosten um 13 Prozent. In der Folge stieg die EBITDA-Marge von 26,4 Prozent im ersten auf 38,6 Prozent im zweiten Quartal und lag damit sogar über dem Vorjahreswert von 36,9 Prozent.

Die COSMOTE-Gesellschaften steuerten im ersten Halbjahr einen Umsatz von 1,2 Milliarden Euro und ein bereinigtes EBITDA von 0,4 Milliarden Euro bei. Mit 1,2 Millionen Nettoneukunden seit der Erstkonsolidierung im Februar dieses Jahres verzeichneten die Gesellschaften in Griechenland, Bulgarien, Rumänien und Albanien das dynamischste Kundenwachstum im Mobilfunkbereich des Konzerns.

Die mobile Datennutzung bleibt ein Wachstumstreiber. So stiegen die Datenumsätze in den west- und zentraleuropäischen Mobilfunkgesellschaften im zweiten Quartal um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 455 Millionen Euro. Noch deutlicher fiel das Wachstum in den USA aus, wo die Datenumsätze im Jahresvergleich um 42 Prozent auf 526 Millionen Dollar zulegten.

Breitband/Festnetz

Im Deutschlandgeschäft verringerte sich im ersten Halbjahr 2009 der Umsatz um 5,4 Prozent auf 9,6 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr. Ursächlich hierfür sind im Wesentlichen nach wie vor die anhaltenden regulatorisch gesteuerten wettbewerbsbedingten Anschlussverluste, die hohe Akzeptanz der Komplettpakete mit einer Flatrate-Komponente und rückläufige nutzungsabhängige Entgelte. Im Quartalsvergleich sank der Umsatz um 5,1 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro.

Dank einer sehr guten Kostendisziplin erzielte T-Home Deutschland im ersten Halbjahr 2009 ein bereinigtes EBITDA von 3,2 Milliarden Euro und verbesserte gegenüber dem Vorjahr die EBITDA-Marge auf 33,4 Prozent. Dieses Bild unterstreicht auch das zweite Quartal mit einem bereinigten EBITDA von rund 1,6 Milliarden Euro und einer ebenfalls verbesserten EBITDA-Marge von 33,4 Prozent. Einsparungen umsatzvariabler Kosten sowie geringere Kosten für Miete, Wartung und Personal konnten den Umsatzrückgang im klassischen Festnetzgeschäft größtenteils ausgleichen.

Das deutsche Breitbandgeschäft entwickelte sich im ersten Halbjahr außerordentlich gut. T-Home erreichte im zweiten Quartal einen DSL-Neukunden­marktanteil von 59 Prozent. Für das dritte Quartal erwartet die Deutsche Telekom vor dem Hintergrund einer hohen Zahl auslaufender Verträge der 2007 sehr erfolgreich vermarkteten Komplettpakete und den demzufolge höheren Kündigungszahlen einen deutlich niedrigeren DSL-Neukunden­markt­anteil. Das Ziel für das Gesamtjahr 2009, einen Neukundenmarktanteil von mehr als 45 Prozent zu erreichen, bleibt unverändert.

Die Zahl der vermarkteten Entertain-Anschlüsse lag bis zum Ende des ersten Halbjahrs bei 721 000. Das ist ein Zuwachs von 188 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert und ein wichtiger Schritt auf dem Weg, Entertain, das Fernsehen der Zukunft, als Massenmarkt-Produkt zu etablieren.

Die Zahl der Festnetzanschlüsse im In- und Ausland sank im ersten Halbjahr 2009 um 7,4 Prozent auf 39,6 Millionen gegenüber dem Vorjahreswert. Deutlich weniger Kunden als in den Vorquartalen verließen zwischen April und Juni die Deutsche Telekom. So lagen die Anschlussverluste im deutschen Festnetz im zweiten Quartal 2009 mit 473 000 um 175 000 unter dem zweiten Quartal 2008. Dies ist der niedrigste Stand seit Ende 2005. Rund 40 Prozent der Anschlussverluste sind nicht wettbewerbsbedingt, sondern rein technisch getrieben durch den Wechsel von Resale-DSL-Kunden auf die All-IP-Plattform.

Im Auslandsgeschäft wurden die Geschäftszahlen im ersten Halbjahr erheblich beeinflusst von der erstmaligen Einbeziehung der OTE seit Februar 2009. Im Vergleich zum Vorjahr konnten die Auslandsumsätze im Festnetzgeschäft im ersten Halbjahr um 1,3 Milliarden Euro auf 2,4 Milliarden Euro gesteigert werden. In Osteuropa verringerte sich der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 8,7 Prozent auf 1,0 Milliarden Euro. Dieser Rückgang war bedingt durch Wechselkurseffekte – im Wesentlichen in Ungarn – sowie den Wettbewerb im klassischen Festnetz und die Substitution der Festnetzleistung durch den Mobilfunk.

Das bereinigte EBITDA stieg in Süd- und Osteuropa um 0,4 Milliarden Euro auf 0,9 Milliarden Euro. In Osteuropa war das bereinigte EBITDA umsatzbedingt leicht rückläufig und lag bei 0,4 Milliarden Euro.

Auch im Ausland wuchs im ersten Halbjahr der Breitbandmarkt deutlich. Mit insgesamt 3,6 Millionen Breitbandanschlüssen zum 30.06.2009 konnte im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um 637 000 Anschlüsse erzielt werden.

Systemgeschäft

T-Systems hat im ersten Halbjahr 2009 seine Kosten deutlich gesenkt und die Effizienz gesteigert. Bereinigt um den Einmaleffekt des Verkaufs der Rundfunk- und Mediensparte Media&Broadcast im Vorjahr hat sich das Betriebsergebnis (EBIT) auf 92 Millionen Euro erhöht. Es liegt damit bereits im ersten Halbjahr 2009 über dem vergleichbaren Wert für das gesamte Geschäftsjahr 2008. Die EBIT-Marge verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um rund 2 Prozentpunkte. Auch das EBITDA profitiert von den Maßnahmen zur Effizienzsteigerung. Das bereinigte EBITDA verzeichnet ein Wachstum von 12,8 Prozent auf 442 Millionen Euro. Die bereinigte EBITDA-Marge stieg von 8,8 Prozent im ersten Halbjahr 2008 auf 10,3 Prozent.

Die allgemeine Finanz- und Wirtschaftskrise wirkte sich unterschiedlich im Umsatz aus: Der Gesamtumsatz lag in den ersten sechs Monaten bei 4,3 Milliarden Euro und ging damit im Jahresvergleich um 3,7 Prozent zurück. Allerdings hielten sich die Umsätze mit externen Kunden dabei trotz allgemein schwieriger Marktlage nahezu stabil. Der internationale Umsatz stieg um 3,5 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro und entwickelte sich wie in den Vorquartalen erfreulich. In Deutschland dagegen sank der Umsatz um 6,6 Prozent. Dieser Rückgang im Inland geht zu einem wesentlichen Teil auf das um 8,7 Prozent geringere interne Geschäftsvolumen mit der Deutschen Telekom zurück und unterstreicht den Beitrag von T-Systems zur Kostensenkung im Konzern.

Der Markt für Systemlösungen in der Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) war im ersten Halbjahr des Jahres 2009 von hartem Wettbewerb geprägt. Daneben wirkte sich die globale Finanz- und Wirtschaftskrise negativ auf den Auftragseingang der T-Systems aus. Trotz zahlreicher erfreulicher Auftragsabschlüsse im ersten Halbjahr 2009 verschlechterte sich der Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahr um 20,9 Prozent. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass die Vorjahreszahlen den Großauftrag der Shell Holding enthalten.

Dennoch gelang es T-Systems, im zweiten Quartal Großaufträge wie den mit MAN zu gewinnen. Dazu kommen neue Verträge mit der Fluggesellschaft Deutsche Lufthansa sowie internationale Erfolge mit dem Flughafenshop-Betreiber Nuance Group und dem Chemiedistributor Brenntag Asia Pacific. Mit der Übernahme des spanischen IT-Dienstleisters Metrolico stärkt die Großkundensparte der Deutschen Telekom die Marktposition auf der iberischen Halbinsel.

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