Reklame-Krise: Globaler Werbemarkt schrumpft um 7,2 Prozent

23. Juli 2009 | by Alex Reiger

Autsch: Laut den Marktforschern von Nielsen sind die weltweiten Werbeausgaben im ersten Quartal 2009 um 7,2 Prozent im Vergleich zum Jahr 2008 gesunken.

Wie der „Global Adview Pulse„-Bericht konstatiert, ist Europa mit einem Minus von 8,7 Prozent ganz besonders betroffen:

Spanien spürt den Abwärtstrend mit einem Rückgang von 28,2 Prozent am heftigsten, gefolgt von Irland (minus 21,2 Prozent), Italien (minus 19,1 Prozent) und Großbritannien (minus 14,7 Prozent).

In Nordamerika, sprich USA und Kanada, sollen die Werbeausgaben um 12,7 Prozent eingebrochen sein. Dagegen konnte der Werbemarkt in China laut Nielsen um 2,5 Prozent zulegen.

Insgesamt ist der stärkste Rückgang im Zeitschriftenbereich festzustellen – das Minus beträgt 17,4 Prozent. Bei Zeitungen wurden die Reklame-Ausgaben um 9,1 Prozent gesenkt. Bei TV und dem guten alten Radio beträgt das Minus 4,7 Prozent respektive 2,5 Prozent.

Die komplette Pressemitteilung nach dem Seitenwechsel.

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*** Pressemitteilung
WELTWEITE WERBEAUSGABEN FIELEN IM ERSTEN QUARTAL 2009 UM 7 PROZENT
Amsterdam / Hamburg, 23. Juli 2009: Die weltweiten Werbeausgaben in den Medien TV, Zeitungen, Zeitschriften und Radio sind im ersten Quartal 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 7,2 Prozent gesunken, berichtet das Medien- und Marktforschungsunternehmen Nielsen in seinem vor kurzem veröffentlichten Bericht über globale Werbetrends.
Der Global AdView Pulse-Bericht offenbart, dass die Werbewirtschaft die weltweite Wirtschaftskrise deutlich zu spüren bekommt. Die europäischen Länder sind am härtesten betroffen, insbesondere Spanien (minus 28,2 Prozent), Irland (minus 21,2 Prozent), Italien (minus 19,1 Prozent) und Großbritannien (minus 14,7 Prozent). Insgesamt verzeichnete der europäische Werbemarkt ein Minus von 8,7 Prozent. In Nordamerika fielen die US-Werbeausgaben um 12,7 Prozent. Der Rückgang der weltweiten Werbeausgaben wurde von der Region Asia-Pazifik etwas abgemildert, die lediglich ein Minus von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnete. Hier konnte Indonesien aufgrund der Parlamentswahl sogar ein enormes Wachstum (plus 19,1 Prozent) verzeichnen, und auch in China konnte der Werbemarkt weiter zulegen, wenngleich auch deutlich langsamer (plus 2,5 Prozent).
„Die Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise sind in den aktuellsten Zahlen zum Werbemarkt deutlich erkennbar, insbesondere in Nordamerika und Europa, wo fast alle der von uns beobachteten Märkte ein negatives Wachstum verzeichneten,“ so Global AdView Geschäftsführer Ben van der Werf. „Sogar China, wo die Werbeausgaben normalerweise zum chinesischen Neujahr angekurbelt werden, berichtet über ein gedämpftes Wachstum von 2,5 Prozent für das erste Quartal 2009, nachdem das vierte Quartal 2008 mit plus 17,1 Prozent Wachstum abschloss.“
Der Nielsen Bericht zeigt weiterhin, dass im ersten Quartal Werbung in allen vier Hauptmediengattungen (Zeitungen, TV, Zeitschriften und Radio) zurückgegangen ist. Der stärkste Rückgang war weltweit bei den Zeitschriften mit minus 17,4 Prozent zu verzeichnen. Werbeausgaben in den Zeitungen wurden um minus 9,1 Prozent reduziert, die Rückgänge bei TV und Radio sind mit minus 4,7 Prozent bzw. minus 2,5 Prozent gemäßigter ausgefallen. Der Blick auf die Weltkarte zeigt,
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dass die Printmedien mit Rückgängen in allen Regionen von der Krise weltweit am härtesten betroffen waren. Insbesondere Nordamerika weist hier mit minus 22,2 Prozent weniger Werbeausgaben für Zeitschriften sowie mit einem Minus von 15,6 Prozent bei den Zeitungen im Vergleich zum Vorjahr auf. Sowohl in Europa (minus 8,6 Prozent) als auch in Nordamerika (minus 9,3 Prozent) sind die TV-Werbeausgaben gesunken, wobei ein leichter Anstieg in Asia-Pazifik (plus 1,0 Prozent) den Gesamtrückgang etwas abmindern konnte. Radio verzeichnete ein Minus von 8,2 Prozent in Nordamerika, ist aber in Europa relativ stabil geblieben (minus 0,1 Prozent) und konnte in Asia-Pazifik leicht zulegen (plus 1,4 Prozent) und dabei das Gesamtbild etwas verbessern.
„Alle Hauptmediengattungen, die wir beobachten, leiden im ersten Quartal,“ stellt van der Werf fest. „Aber die Verluste sind in den Printmedien am höchsten. Demzufolge haben die Printmedien zusammen ca. zwei Prozentpunkte am Mediensplitt an die anderen Mediengattungen abgeben müssen.“
Bei den Wirtschaftsbereichen konnten im ersten Quartal 2009 lediglich die Branchen Handel ( plus 6,0 Prozent) und Verbrauchsgüter (plus 0,2 Prozent) ein Wachstum verzeichnen. Die Branchen Pkw, Finanzen sowie Kleidung und Accessoires waren hingegen die größten Verlierer mit minus 19,9 Prozent, minus 16,7 Prozent bzw. minus 15,7 Prozent (s. Abb. 2).
„Die anhaltenden Rückgänge der Werbeausgaben für die Branchen Automobil und Finanzen sind keineswegs überraschend, da wir schon über mehrere Quartale in Folge beobachten konnten, dass diese Branchen ihre Werbeausgaben kontinuierlich reduzieren,“ so Ben van der Werf. „Beide Branchen sind den wirtschaftlichen Turbulenzen besonders ausgesetzt und die rückläufigen Werbeausgaben sind dafür ein Beleg.“
Abbildung 1: Werbeausgaben nach Region, 1. Quartal 2009 -2,3-8,7-12,4-7,2-16-14-12-10-8-6-4-20GlobalNordamerikaAsien-PazifikEuropa
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Abbildung 2: Werbeausgaben nach Branchen, 1. Quartal 2009
Über Nielsen Global AdView
Nielsen Global AdView bringt Werbeinformationen aus verschiedenen Ländern zusammen, um eine
einzigartige Kombination aus Vor-Ort-Kenntnissen der lokalen Märkte und zentralisierten
Harmonisierungskompetenzen anzubieten. Werbeausgaben und Kreationen aus über 80 Ländern
werden zusammengestellt, verlinkt und harmonisiert, um schnelle, strategische Einblicke in den hart
umkämpften Werbemarkt zu ermöglichen. Mit mehr als zehn Jahre Erfahrung als Dienstleister für
internationale Werbeinformationen und einem lokalen Netzwerk von Niederlassungen und Partnern
werden fast alle globale Werbemärkte beobachtet (mit den Neuzugängen Frankreich, Indien und
Irland im ersten Quartal 2009 werden erstmalig 27 der wichtigsten globalen Werbemärkte beobachtet).

Über Nielsen Media Research GmbH

Die in Hamburg ansässige Nielsen Media Research GmbH ermittelt bereits seit über 50 Jahren die en Above-the-line-Medien in Deutschland sowie die Mediengattungen
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Direct Mail, Online, At-Retail-Media und Transport Media. Darüber hinaus erfasst Nielsen Media Research die Werbekreationen in den verschiedenen Medien. Mit der Kombination aus den werbestatistischen Daten und Kreationen deckt Nielsen Media Research die Anforderungspalette seiner Kunden ab und unterstützt diese mit Services wie zum Beispiel Medien- und Werbeforschung sowie individuellen Sonderanalysen und Softwarelösungen. Zu den Kunden gehören führende Konsumgüterhersteller, Handel und Dienstleister, Unternehmen in der Medien- und Unterhaltungsbranche, Werbeagenturen, Mediaagenturen sowie die Internet-Community. Die Nielsen Media Research GmbH ist ein Unternehmen von The Nielsen Company.

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Comment (1)

  1. bcbooks says:

    und damit sitzen wir medienmacher wohl mttendrin im schlamassel! nach dem ende der kurzarbeit drohen wohl die entlassungen. und dann wird breit gekündigt und umstrukturiert. redaktion in HH und B fürchten zu recht stellen- und titelstreichungen.

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