MikroNews: Twitter ohne Teens

14. Juli 2009 | by Silvia Kling

twitter by you.

Da wird der junge Mikro-News-Dienst Twitter ordentlich gehypt, namhafte Promis zwitschern regelmäßig aus ihrem Leben. Und was machen die Teens, die doch als so techaffin gelten, ständig im Internet unterwegs sind und ans Handy angewachsen scheinen. Die machen nicht mit. Sie wollen einfach nicht twittern. Und Matthew Robson, ein 15-jähriger Praktikant bei Morgan Stanley, liefert dafür einen Erklärungsversuch in einem Bericht der US-Investmentbank über den Medienkonsum von Teenagern.

Wie der junge US-Amerikaner erklärt, sei Twitter anders als Facebook (das mittlerweile das größte Sozial-Netzwerk der Welt ist) zu unpersönlich. Auf einem Social-Netzwerk wie Facebook wisse man, wer seine Status-Meldungen liest. Freunde eben bzw. Internet-User, die man als solche aktiv einladen oder akzeptieren muss (und die sind bei Teens, wie man weiß, in vielen Fällen online schnell gefunden).Klar, bei Twitter können sich Followers einem Twitterer einfach an die Fersen heften. Dazu braucht es keinerlei Zustimmung. So würden sich seine Altersgenossen bei Twitter als einem „offenen Netzwerk“ nicht sicher fühlen, sagt Robson. Man wisse nicht, wer die Nachrichten liest. Die Quintessenz: Weshalb solle man Zeit und Geld dafür aufbringen, unbekannten Usern Textnachrichten zukommen zu lassen, wenn man die Möglichkeit hat, jemanden auf dem Laufenden zu halten, der auf die Updates reagiert und antwortet?

Auch deutsche Jugendliche lassen den MikroNews-Dienst Twitter anscheinend ziemlich links liegen. Zu diesem Ergebnis war zumindest eine Online-Studie des Jugendreise-Veranstalters RUF Jugendreisen mit über 3.400 jugendlichen Teilnehmern zwischen 11 und 21 gekommen. Demnach solle über 90 Prozent der Jugendlichen in Deutschland Twitter.com nicht einmal kennen.

Der Nutzungsgrad von Mikro-Blogs im deutschsprachigen Internet liegt generell noch auf einem bescheidenen Niveau, wie Fittkau & Maaß im Rahmen der aktuellen W3B-Studien herausgefunden hat. Nur drei Prozent der User lesen oder schreiben mindestens einmal pro Woche Kurznachrichten per Mikro-Blogging, einmal pro Monat sind es insgesamt knapp sechs Prozent.

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