Iran: Zensur-Technik stammt von Nokia Siemens Networks

22. Juni 2009 | by Alex Reiger

Iran protests for the 5th straight day #iranelection by .faramarz.

Laut dem „Wall Street Journal“ hat das deutsch-finnische Telekommunikations-Unternehmen Nokia Siemens Networks (NSN) ausgefeilte Überwachungstechnik – sprich Zensur-Infrastruktur – an die iranische Regierung geliefert.

Gegenüber der US-Zeitung bestätigte ein Firmensprecher, dass der Konzern sogenannte „Deep Packet Inspection“-Überwachungstechnik an die Regierung Irans geliefert habe, die das Telekommunikationsmonopol in dem seit den Unstimmigkeiten bei der Wiederwahl von Präsident Mahmoud Ahmadinedschad von schweren Unruhen geplagten Land hält.

Über die „Deep Packet Inspection“-Technik lassen sich massenhaft einzelne Datenpakete untersuchen und filtern – um damit etwa Kommunikationsprofile von einzelnen Personen zu erstellen.

Die Lieferung sei im vergangenen Jahr erfolgt und Teil eines größeren Auftrages im Iran gewesen, so der Sprecher von Nokia Siemens Networks .

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Kommentare (2)

  1. Peter71 says:

    Eine echte Sauerei ist das! Daimler liefert seit Jahren die Polizei-Autos in den Iran mit denen nun die Demonstranten verprügelt werden, die ja auch noch ganz ganz genauso aussehen wie die deutschen Polizei-Karren.
    Und Siemens und Nokia verdienen sich dumm und dämlich mit Überwachungstechnik.
    War da nicht mal was mit Iran-Boykott?

    Ein tolles Land in dem wir hier leben. Ich bin mächtig stolz.

  2. Anke Köhl says:

    die geschichte läuft jetzt auch bei spiegel online: (…) Geschäfte machen mit Iran? In den westlichen Staaten gehen die Meinungen über den richtigen Umgang mit Präsident Ahmadinedschad auseinander. Für Aufregung sorgt ein Deal von Nokia Siemens Networks – denn das Unternehmen soll dem Regime ausgerechnet Überwachungstechnologie verkauft haben.

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