[UPDATE] Copyfight: YouTube sperrt tausende Musik-Video-Clips in Deutschland

31. März 2009 | by Alex Reiger

YouTube-screenshot-blink182 by techfever.Die obersten deutschen Musik-Urheberrechteschützer von der „Verwertungsgesellschaft“ Gema machen Ernst – und wollen mehr Geld vom Google-Video-Ableger YouTube.

Für jeden Abruf eines Musik-Video-Clips (im Bild ein Musik-Video-Clip der Band Blink 182 bei Youtube) soll das amerikanische Bewegtbild-Portal Lizengebühr zahlen. Ganz unabhängig davon, wie viel Geld Google im Umfeld eines bestimmten Clips mit Werbung macht. Google fürchtet nun nicht nur die Gema-Copyfighter sondern auch herbe Verluste mit der Video-Seite und sperrt deutsche Nutzer kurzerhand vom Musik-Video-Angebot aus: Ab heute Abend beginnt YouTube damit, mehrere tausend Musikvideos zu sperren.

Musik-Video-Clips zählen zu den Killer-Applikationen von Youtube schlechthin. Wie neue Studien aus Großbritannien belegen, rufen junge Leute mittlerweile mehr Musik-Video-Clips beim Internet-Portal Youtube ab, als sie beim Musikfernsehsender MTV anschauen.

[UPDATE] GEMA-Sprecherin Bettina Müller sagte gegenüber Christoph Dernbach von der DPA, die Verwertungsgesellschaft habe YouTube in einem ersten, unverhandelten Angebot einen Preis von nur einem Euro-Cent pro Abruf vorgeschlagen.

Im Geschäftsjahr 2007 erwirtschaftete die GEMA knapp 850 Millionen Euro und schütte nach Abzug ihrer Kosten knapp 730 Millionen Euro an die Rechteinhaber aus. Für 2008 erwartete die GEMA wegen der schrumpfenden CD-Verkäufe deutlich sinkende Einnahmen. Aktuellere Zahlen liegen leider noch nicht vor.

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Kommentare (9)

  1. Webnews.de says:

    YouTube sperrt tausende Musik-Clips in Deutschland…

    Die Gema will mehr Geld vom Google-Video-Ableger YouTube – doch Google wil nicht zahlen und blockier…

  2. Fritz says:

    Das hätten die Gematosen gerne, aber sie sind keine „Urheberrechteschützer“, sondern nur Tantiemen-Inkasso. Auch die von der Gema verlangten 1 Cent sind um ein Vielfaches höher als der bisherige Tarif, und weit höher als die möglichen Werbeeinnahmen von Youtube. Die Gema schaufelt sich ihr eigenes Grab. Bravo!

  3. pamchen says:

    Dann werde ich mich auf anderen Video portalen umsehen

  4. Kabooom says:

    Richtig, so werde ich das auch machen. DSDS gucke ich auch auf clipfish.

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  6. […] herrschte großes mediales Wehklagen über gesperrte Musik-Video-Clips bei Youtube (wir berichteten) in Deutschland. Und nun sind sie fast doch alle noch online, die so beliebten kleinen […]

  7. Wayne says:

    So weit ich weiß müsst ihr euer Youtube nur das Land ändern und das wars so funktionieren bei mir alle Videos^^

  8. Carsten Weber says:

    Die Gema-Abrechnung ist wenig transparent. Für Web Content sollten kreativere Lizenzierungsmodelle entwickelt werden, die die Urheber fair an der wirtschaftlichen Nutzung ihrer Werke beteiligen, ohne alles über den unnachvollziehbaren Gema-Schlüssel laufen zu lassen. Ansätze dafür gibt es: http://www.clipgenerator.de

  9. MusicPulse says:

    […] herrschte großes mediales Wehklagen über gesperrte Musik-Video-Clips bei Youtube (wir berichteten) in Deutschland. Und nun sind sie praktisch doch alle noch online, die so beliebten kleinen […]

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