[GDC] Microsoft nutzt Stardock-System für DRM-freies Gaming

26. März 2009 | by Fritz Effenberger

Vorgestern, auf der Games Developer Conference (GDC) in San Francisco (ist morgen zuende, hinfahren lohnt nicht mehr) stellte Microsoft Erweiterungen, Verbesserungen oder Veränderungen zu “Games for Windows” vor. Wichtig: Die Rhetorik ändert sich.

“Kunden sind keine Piraten und bösen Menschen. Sie wollen einfach nur spielen. Sie wollen das Spiel auch kaufen”, findet Drew Johnston, Product Unit Manager der Windows Gaming Platform.

Zu diesem Zweck will Microsoft ein bischen von Steam abkupfern: Games sollen beliebig oft kopierbar sein. Legal. Hu? Echt? Ja, und zum Aktivieren des Games muss man einfach online gehen. Ab da wird das Spiel freigeschaltet. Man kann das Spiel auch auf einem zweiten, dritten, vierten Rechner aktivieren. Sagt Drew. Im Ernst: Das möcht ich erst sehen. Ob das so einfach ist.

Auf jeden Fall will Microsoft vom Konzept des “Kopierschutzes” auf das Konzept der “Lizenz” wechseln. Und das ist keine ganz schlechte Sache. Und die Microsoft-Jungs erzählten zu dieser Gelegenheit gleich von einem Spielepublisher, der in Zukunft seine Produkte über BitTorrent vetreiben will. Nein! Das böse Piraten-Internet! Filesharing! Kein Problem, finden die Jungs, schliesslich kann ja jeder das Spiel soviel runterladen und filesharen wie er will, zum Benutzen muss er den personalisierten Key kaufen. Und die Publisher sollen froh sein, schliesslich böten die zunächst verschlüsselten Spiele einen Schutz vor Pre-Release-Warez.

Auch das will ich erstmal sehen, aber generell halte ich das Lizenz-Konzept und die Abkehr von Pirateriepanik, Kundenbeschimpfung und Kopierschutzunsinn für eine richtige Idee. Schliesslich hat all das bei Steam auch gut funktioniert.

Ach, und ich seh gerade, dass die von Microsoft propagierte Game Object Obfuscation (Goo) Technik von Stardock stammt, den Gamer-Bill-Of-Rights-Leuten, die auch das MOO-4 rausbringen wollen. Das klingt natürlich gut. Da bin ich jetzt richtig gespannt, was das gibt. Ach, und GOO bringt ausserdem mit sich, dass man seine gebrauchten Spiele weiterverkaufen kann. Das System soll ab dem 7. April online gehen.

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