TV-Branche hat ihr eigenes Piraterieproblem

19. März 2009 | by Fritz Effenberger

In Nordamerika ist Satelliten-TV beliebter als in Europa, und durch das Fehlen eines breiten öffentlich-rechtlichen Angebots überwiegend als Bezahl-Fernsehen zu haben. Einige wenige Kanäle werden werbefinanziert gratis ausgestrahlt, für diese gibt es einfache Satellitentuner ohne Decoder, so dass man damit keine Bezahl-Kanäle anschauen kann.

Zumindest nicht in der Theorie. In der Praxis nutzen Fernsehfans einfache Modifikationen, um mit ihren einfachen Tunern alle Kanäle geniessen zu können.

Vor einem ähnlichen Problem steht hierzulande der glücklose Sender Premiere. Analysten beziffern die Zahl der Haushalte mit legalem (a.k.a. bezahltem) Fernsehempfang in den USA und Kanada auf 15 Millionen, plus zwei Millionen “Schwarzseher”.

Die Polizei geht teilweise gegen Händler vor, die fertig präparierte Tuner verkaufen, da allein in Kanada jährliche “Verlust” (nicht gemacht Einnahmen der TV-Kanal-Betreiber) auf eine Milliarde Dollar geschätzt wird (allerdings von der dortigen Filmindustrielobby).

In Deutschland findet der “Signal-Diebstahl” in kleinerem Massstab statt, trotzdem versucht der hiesige Anbieter durch regelmässige Änderungen in der Verschlüsselung, die Zahl der Umsonst-Gucker klein zu halten. Ich frage mich, wann auch diese Industrie einsieht, dass ihr Geschäftsmodell einfach nicht funktioniert?

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