[UPDATE 2] [Winnenden] Killerspiele: Tim K. spielte vor Amoklauf Computerspiel „Far Cry 2“

14. März 2009 | by TechFieber.de

Far Cry 2.Digitale Spurensuche im Netz: Informationen des „Spiegel“ zufolge soll der 17-Jährige Amokläufer von Winnenden, Tim K., noch am Abend vor der Tat das Ego-Shooter-Computerspiel „Far Cry 2“ gespielt. Dies hätte die Auswertung seines Computers ergeben, so das Nachrichtenmagazin.

Der Junge aus Weiler am Stein/Leutenbach soll am Abend vor dem Amoklauf gegen 19.30 Uhr das sogenannten „Open-World-Ego-Shooter“-Spiel gestartet haben und seinen Computer gegen 21.40 Uhr ausgeschaltet haben.

Bei dem von der Firma Ubisoft vertriebenen „Far Cry 2“ ist es die Aufgabe des Spielers, einen berüchtigten Waffenhändler in einem fiktiven Land in Afrika zu finden und zu ermorden. Beim Spiel existiert u.a. eine „selbstregenerierende zerstörbare Umwelt“. Laut Wikipedia erschien das Spiel in Deutschland 2008 ungeschnitten und ohne Jugendfreigabe. In den USA darf das Spiel nicht an Personen unter 16 Jahren verkauft werden.

Neben „Far Cry 2“ (siehe Screenshots und Cover-Photos unten und oben) soll Tim K. auch die Ballerspiele „Counter Strike“ und „Tactical Ops“ auf seinem Rechner installiert haben.

Diese neuen Informationen nähren die nun wieder anbrechenden Diskussionen um „Killerspiele“ (siehe hierzu: Winnenden und die Killerspiele)

„JawsPredator1“ alias Tim K. hinterlässt Spuren im Netz

Ausserdem soll Tim K. in seiner Berufsschule in Waiblingen über Amokläufe diskutiert haben und in Internet-Foren Meldungen zum Thema gepostet haben. Nach Erkenntnissen der Ermittler war der Jugendliche unter mehreren Pseudonymen wie „JawsPredator1“ im Netz aktiv und hatte unter anderem bei der Plattform „MyVideo“ ein entsprechendes Profil.

Laut Spiegel soll Tim K. in einem der Diskussionsforen zum Schulmassaker von Erfurt sowie Emsdetten am 23. August 2008 unter dem Namen „JawsPredator1“ folgenden Kommentar hinterlassen haben: „Das witzige ist ja selbst wenn diejenigen es ankündigen glaubt es ihnen niemand.“

Eine Google-Suche nach „JawsPredator1“ ergibt u.a. Treffer bei den Web-Portalen GMX und Web.de, wo das folgende Profil hinterlegt ist:

Hallo ich bin „JawsPredator1“
Alter: 19
Geschlecht: männlich
Zuletzt online: 02.02.2009, 14:02 Uhr
Mitglied seit: 15.03.2008, 16:08 Uhr

Auch bei der im Rems-Murr-Kreis bei Teenagern ganz besonders populären Web-Community „Kwick“ existiert ein Mitgliedskonto unter dem Namen „JawsPredator“ – von der entsprechenden Profil-Seite der Webseite verlautet jedoch „dieses Mitglied hat sich vor 6 Tagen abgemeldet, JawsPredator am 08.03.2009 – 21:59:53 Uhr“. Sofern Tim K. hinter diesem Konto gesteckt haben sollte, hätte er sich also drei Tage vor dem Massaker bei Kwick.de abgemeldet.

Schiessübungen mit der späteren Tatwaffe

Tim’s Vater Jörg K. soll mittlerweile gegenüber der Polizei ausgesagt haben, dass Tim ihn mindestens dreimal zu Schiessübungen im örtlichen Schützenverein, dem SSV Leutenbach begleitete habe, zuletzt vor drei Wochen. Der Sohn habe darauf gedrängt, den Umgang mit den Waffen zu lernen. Die Übungen fanden mit der späteren Tatwaffe, einer Beretta, statt, so der Spiegel.

[UPDATE] Eltern: Tim war nicht in Psychotherapie

Die Eltern von Tim, Ute und Jörg K ., haben zudem heute über ihren Anwalt dementieren lassen, dass sich im Keller ihres Hauses in Weiler zum Stein/Leutenbach ein Schießstand befindet. In den vergangenen Tagen war mehrfach berichtet worden, der Ex-Realschüler habe dort regelmäßig mit Druckluftwaffen („Air-Guns“) geübt.

Ausserdem ließen die Eltern laut „Focus“ mitteilen, dass ihr Sohn niemals in psychotherapeutischer Behandlung gewesen sei und auch in keiner Klinik behandelt wurde.

Die Fragen nach dem „Warum“ bleiben also, und nicht nur die Polizei rätselt nach der schweren Ermittlungspanne jetzt weiter über das Motiv des Amokläufers. Denn anders als zunächst von Innenminister Rech verkündet, wurden auf dem beschlagnahmten PC des Todesschützen keine Belege für eine Ankündigung des Blutbads im Web gefunden.

Die gefälschte Ankündigung in einem Chat-Forum sorgt weiter für heftige Irritationen und belastet die Ermittlungen sehr.

[UPDATE 2] Der Fall Winnenden nimmt immer kroteskere Züge an: Nun zanken sich die Eltern von Tim K. mit Ermittlern und Ärzten darüber, ob der Teenager psychotherapeutisch behandelt wurden. Denn: Polizei, Staatsanwaltschaft und der Ärztliche Direktor des Klinikums am Weissenhof in Weinsberg, Matthias Michel, bestätigten erneut, Tim sei wegen Depressionen behandelt worden.

Laut Nachrichtenagneture AP sagte der Rechtsanwalt der Eheleute, Achim Bächle: „Es gab keine psychotherapeutische Behandlung des Jungen.“ Ambulante Behandlungen seien etwas ganz anderes, ergänzte er.

Eltern-Anwalt Bächle sagte, wegen der Äußerungen Michels behalte er sich presse- und strafrechtliche Schritte vor, auch gegen das Klinikum am Weissenhof in Weinsberg. Eine Psychotherapie sei eine regelmäßige, andauernde Behandlung. „Das war nicht der Fall“, sagte der Anwalt.

Laut Spiegel Online könnte der Grund für das Dementi der Eltern in dem Umstand finden, dass Tim K. mit der Beretta 92 seines Vaters um sich schoss. Sollte sich nämlich herausstellen, dass K. schon vor der Tat gefährlich erscheinende Auffälligkeiten an den Tag gelegt hatte, könnte sich der Vater einem Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung gegenübersehen.

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Kommentare (8)

  1. Webnews.de says:

    [Winnenden] Killerspiele: Tim K. spielte vor Amoklauf PC-Spiel “Far Cry“…

    Amokläufer von Winnenden, Tim K., soll noch am Abend vor der Tat das umstrittene Computerspiel “F…

  2. Amstrad says:

    Das ist wirklich arm.

    Einfache Erklärungen sind schnell bei der Hand. Ah ja, die bösen Killerspiele. Alle verbieten. Und die Schule vielleicht noch in ein Alcatraz verwandeln.

    Klar gehören die nicht in die Hand von Kindern! Aber sofort schreien sie auf, die Schäubles und die anderen dummen Politiker. Verbieten, klar! Ist ja auch naheliegend. Und auf jeden Fall mehr Sicherheitsmaßnahmen, damit das ja nie wieder passiert.

    Diese Spiele sind allenfalls ein begünstigender, nicht aber ein auslösender Faktor. Mit solchen Spielen kann man nicht das Schießen lernen. Nebenbei bemerkt, ist das Bild von solchen Spielen auch sonst häufig verzerrt. Man muss nicht auf alles ballern, was sich bewegt. Und gestern beim ZDF kam was zu Killerspielen. Im Zusammenhang mit Ego-Shootern wurde „World of Warcraft“ genannt- dabei ist das gar kein Ballerspiel/Shooter! Aber klar, diskutieren, ob dieses Spiel nicht mehr ab 12, sondern ab 18 freigegeben werden müsse.

    Es werden komplexere Zusammenhänge simplifiziert und verzerrt. Ich bin jetzt auch kein Psychologe o.ä., aber ich nehme an, die Hintergründe socher Taten sind vielmehr Leistungsdruck, Versagensängste und die Angst, in einem erfolgsorientierten Umfeld nicht mehr geliebt zu werden. Ich frage mich manchmal ernsthaft, warum dies nicht stärker in den Medien beleuchtet wird, oder ob die Medien einfach immer blöder und undifferenzierter werden. Wahrscheinlich ziehen manche heimlich Kausalschlüsse aus Korrelationen.

    Die Tat ist traurig – die stupiden Reaktionen von Medien und Politikern sind es auch.

  3. marco says:

    farcry2 war nie umstritte, das war farcry 1, auch das untenangefügte bild stammt von farcry 1!!! und farcry 2 ist auch in deutschland unter 18 jahre nicht erhältlich da keine jugendfreigabe!! also hat da wohl jemand ein spiel illegal erworben!

    ich währe froh wenn ihr das berichtigen würdet.

  4. Alea says:

    Tim K. hat nie Far Cry 2 gespielt. Die Polizei hat dies bereits dementiert!

  5. Dildo says:

    Ich bin sehr zuversichtlich das Bing schon ein sein ding machen wird. Systematisch finde ich Bing ja viel anspruchsvoller als Google jedoch liefert es noch nicht so gute Ergebnisse wie Google und ich denke wenn Microsoft das mit der Zeit ins laufen bekommt wird es eine sehr gefährliche Konkurrenz für Google werden!

  6. Ubekannt says:

    Ich habe selber Fac cry Gespielt und habe davon keinerlei gelüste Amok zu laufen die politiker gehen jagen mit schweren Waffen und sagen dan das sie die spiele verbieten wollen

    Also ich sage das ist absulter Quatsch mit den Ego-Shootern weil ich kann es nur besser wissen wie alle Politker dieser welt weil ich mit dieser Software aufgewachsen bin.

  7. FreestyleDenker says:

    Killerspiele machen menschen nicht zu Amokläufern..
    Manche sagen man wird so geboren..
    ich sage euch man wird WEDER so geboren noch von Killerspielen so gemacht..
    Diese gottverdammten Mobber sind schuld sie machen menschen zu Amokläufern.. ja jeder mensch hat so etwas in sich wenn er geboren wird doch NUR wenn das gemachte dazu kommt kann so was passieren..
    Bei Tim war es eine Kurzschluss Tat..
    Ich kannte ihn und ich versichere euch er war bei Gott KEIN schlechter mensch..
    also lasst solche scheiß Behauptungen…

  8. Hallo alle zs:)
    Ich bin wirklich öchst erschreckt das ich jetzt merken muss das Tim K. NIE FARCRY 2 gespielt hat!! Ich selber kenne seeehr gut Ego-Shooter Spiele, habe alle FarCry´s und dazu auch ALLE call of duty´s.. Ich habe ers von 16ten angefangen solche spiele zu spielen, das aber nicht aus verzweiflung, einfach als gutes hobby.. Ich weis eine sache nur gaaanz genau, wenn man eine gesunde Familie hat, Christ ist, dann schadet KEIN EINZIGES EGO-SHOOTER spiel..! Man lässt sich dann nicht beeinflussen und somit kommt es nicht einmal zu solchen gedanken, wenn man tiefer geht in diesem Thema, dann muss man einsehen, dass sollche Personen immer irgend welche Probleme in der Gesellschaft hatten.,. schaut nur in welchen Ländern dieses passiert, es ist meistens in den entwickelten Ländern wo die schon immer mehr zerstörte Familien platz haben..

    also., meine Schlussfolgerung, wenn man dieses Problem auf langer sicht bekämpfen will, dann sollte man in der Gesellschaft (also Familie), anfangen..und nicht bei x einen Pc-spiel. Danke.

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