Amazon Kindle 2: Teilrückzug

3. März 2009 | by Fritz Effenberger

Wir hatten uns ja schon vor einer Weile über die Aufregung um die Vorlesefunktion des Amazon eBooks amüsiert. Die US Author’s Guild hatte allen Ernstes behauptet, die Roboterstimme des Geräts dürfe keine Texte mehr lesen, dies stelle eine Copyrightverletzung dar. Erzählt das mal den Blinden, liebe Gildenmitglieder. Nun hat Amazon auf die drohende Rechtsangelegenheit reagiert.

In einer Presseerklärung von Ende letzter Woche besteht der Online-Buchhändler darauf, dass die Funktion 1a legal wäre. Trotzdem wolle man den “Rightsholders” entgegen kommen und diesen die Entscheidung überlassen, ob das Gerät den Text lesen dürfe oder nicht. Jetzt kann also der Verbraucher entscheiden, welche eBücher er kauft, mit oder ohne Vorleserechte.

Das klingt irgendwie nach einer salomonischen Lösung des Problems. Nur wird es nicht funktionieren: Grosse Verlage wollen natürlich von ihren Buch-Bestsellern auch Hörbuch-Ausgaben verkaufen und daher die betreffende Kindle-Funktion ablehnen. Der Konsument hat eine weitere technische Möglichkeit verloren. Und zwar nur aufgrund von Forderungen der “Rechteverwerter”, nicht wegen eines Gesetzes oder Gerichtsurteils.

Muss die Buchverlags-Industrie wirklich erst in die selbe Falle laufen, in der heute die Musikindustrie zappelt? Ich glaube: Ja.

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