[FEATURE] Netbooks: Handlich, smart, portabel

21. Dezember 2008 | by TechFieber.de

Asus EEE PC 701 by techfever„Netbooks“ sind derzeit der heißeste Trend in der Computerbranche. Der globalen Wirtschaftskrise zum Trotz haben PC-Hersteller rosige Aussichten für das Segment der kleinen Westentaschencomputer.

Sie sind unter 25 Zentimeter lang, zwei Zentimeter flach, kaum 1200 Gramm schwer, und dennoch beflügeln die Laptop-Winzlinge derzeit die Computerindustrie – die sogenannten „Netbooks“. Ob Lenovo, Panasonic, Dell, Toshiba, Samsung oder Hewlett-Packard, seit Wochen springt ein renommierter PC-Bauer nach dem anderen auf den Netbook-Zug auf und versucht, dem Wegbereiter dieser neuen Computer-Kategorie den Schneid abzukaufen: der taiwanesischen Firma Asus, die vergangenes Jahr den „EEE PC“ erfand und damit eine wahre Revolution lostrat.
Sage und schreibe zehn Prozent aller in Europa verkauften Computer sind inzwischen Netbooks – noch vor zwölf Monaten gab es diese Sparte, geschweige denn den Namen „Netbook“ noch gar nicht. Alleine Asus und Konkurrent Acer wollen in diesem Jahr elf Millionen der handlichen Westentaschencomputer verkaufen, die nicht nur günstig (Preise ab CHF 533 fuer den Acer EEE PC 901) sind, sondern durchaus gestandene Laptops ersetzen können. Die aktuellen Generationen der „ultra portablen“ Kleinstcomputer dienen längst nicht nur zum Websurfen, E-Mailen oder der Textverarbeitung. Auch MP3-Digi-Musikhören, Filme-Anschauen oder selbst einfache Bild- oder Videobearbeitung sind nun unterwegs möglich; die Auflösung der typischerweise 8,9-Zoll- oder 10,2-Zoll-Widescreen-Bildschirme im 16:9-Format ist dafür ausreichend.
Kamen bei den ersten Mini-Laptops noch eher exotische Prozessoren und Linux-Betriebssysteme zum Einsatz, sind die aktuellen Netbooks nun meist mit den für mobile Geräte optimierten und daher besonders stromsparenden „Atom“-Chips von Intel bestückt und laufen unter dem wohlbekannten „Windows XP“-Betriebssystem.
Das Preis-Leistungsverhältnis des erst im Frühjahr eingeführten Mobil-Prozessors „Atom“ hat sich inzwischen als derart gut herausgestellt, dass mehr und mehr Hersteller den Billig-Prozessor nun auch in kleinen Desktop-Computern („Nettops“) verbauen.
Doch nicht nur bezüglich der Prozessoren, auch bei der Ausstattung hat sich einiges getan: So verfügen Netbooks inzwischen über Festplattenkapazitäten von bis zu 160GB (wie etwa das Acer Aspire) oder energieeffiziente SSD-Flash-Speicher („solid-state“) mit bis zu 12GB. Als Arbeitsspeicher steht in der Regel maximal ein Gigabyte zur Verfügung – optische Laufwerke fehlen diesen Geräten dagegen schon aufgrund des handlichen Formats, können aber via USB-Schnittstellen extern angeschlossen werden. Tastaturen sind denen konventioneller Laptops vergleichbar, fallen allerdings zwischen zehn und 15 Prozent kleiner aus. Die Akkulaufzeiten (in der Regel Lithium-Ionen-Akkus mit vier oder sechs Zellen) geben verschiedene Hersteller mit bis zu sieben Stunden an; drei Stunden gilt als Untergrenze. Funknetzanbindungen (WLAN) sowie Webcams gehören zum Standard.

Summa summarum sind Netbooks ideale Begleiter für unterwegs, denen man das Potenzial nachsagt, den gesamten Mobil-Computer-Markt umzukrempeln. Technisch gesehen sind sie als abgespeckte Notebooks zu werten, die jedoch deutlich kleiner, leichter und energieeffizienter sind als preislich vergleichbare Laptops.
Der noch sehr junge Markt ist derzeit mächtig in Bewegung, praktisch täglich stellen Hersteller im Vorweihnachtsgeschäft neue Modelle oder Netbook-Updates mit neuen Features vor. Und auch seitens der Software tut sich etwas: Microsoft arbeitet an Netbook-optimierten Versionen seines neuen Betriebssystems “Windows 7”, das schon im Sommer 2009 auf den Markt kommen könnte.
Ausserdem haben führende Hersteller wie Asus angekündigt, im nächsten Jahr noch weiter an der Preisschraube zu drehen: Einsteiger-Netbooks mit Linux-Betriebssystem sollen dann unter die 200-US-Dollar-Marke purzeln. Dies dürfte die Dynamik dieses rasant wachsenden Marktes zusätzlich beflügeln. Experten rechnen entsprechend schon damit, dass bis im Jahr 2011 jährlich 50 Millionen der „Subnotebooks“ abgesetzt werden könnten. Ganz besonders agressiv agiert derzeit der taiwanesische Hersteller Acer, der im kommenden Jahr 50 Prozent des weltweiten Netbook-Markt erobern will.

BILDSCHIRM-GRÖSSE PROZESSOR GEWICHT Festplatte BETRIEBS-SYSTEM AKKU-LAUFZEIT PREIS
MSI WIND U100 10,2-Zoll Intel Atom 1.6GHz 1000 Gramm 80 GB HDD Windows XP 7 Stunden Ab CHF 589
ASUS EEE PC 901 8,9-Zoll Intel Atom 1.6GHz 1090 Gramm 12 GB SSD Windows XP 7 Stunden Ab CHF 533
Hewlett Packard 2133 8,9-Zoll VIA 1.6GHz 1270 Gramm 120 GB HDD Windows Vista 6 Stunden Ab CHF 677
ACER ASPIRE ONE 150-BW 8.9-Zoll Intel Atom 1.6GHz 1260 Gramm 160 GB HDD Windows XP 3 Stunden Ab CHF 707
LENOVO IDEAPAD S10 10,2-Zoll Intel Atom 1.6GHz 1100 Gramm 160 GB HDD Windows XP 5 Stunden k.A. erst ab im 1. Quartal 2009 in der Schweiz verfügbar

Jochen Siegle/ NZZ am Sonntag

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