Medien 2.0: Print-Auflagen weiter stark rückläufig

1. August 2008 | by Jochen Siegle

399161721_07b9820576_mDer neuesten Medien- und Werbeträgeranlysen der Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse (AWA) zufolge sinken die Reichweiten deutscher Medien weiter deutlich ab. Während die Online-Nutzung deutscher Medienangebote immer weiter zunimmt, müssen die Publikumszeitschriften und Wochenzeitungen nach einer leichten Abschwächung im Jahr 2007 nun in diesem Jahr einen signifikanten Reichweitenrückgang von 3,8 Prozent hinnehmen.

In der aktuellen Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse (AWA) verbuchen die 254 erfassten Titel einen so starkes Minus wie zuletzt Mitte der 90er Jahre.

Insbesondere Wochenzeitschriften in den Segmenten “Magazine zum Zeitgeschehen” und Programmzeitschriften müssen massive Einbußen verschmerzen. Der “Stern” erreicht pro Ausgabe noch 7,4 Millionen Leser (2007: 7,56 Millionen), der “Spiegel” 5,71 Millionen (5,86 Millionen) und der “Focus”, der in den vergangenen Jahren immer stärker über Reichweiten statt über Auflagenzahlen argumentiert hat, 4,61 Millionen (4,87 Millionen).

Die Wochenzeitungen liegen ebenfalls zum Großteil im Minus. Die “VDI Nachrichten” zählen 50.000 Leser die Woche weniger – unterm Strich noch 240 000 Leser. Die “Welt am Sonntag” dagegen kann 110.000 Leser dazu gewinnen (2007 gesamt: 1,17 Millionen), während die “Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung” an die 70 000 Leser verliert.

Auch die meisten Tageszeitungen müssen Rückgänge hinnehmen. Während die Wirtschaftstitel “FTD” und “Handelsblatt” noch zulegen, beläuft sich das Minus bei der überregionalen Presse zum Teil auf über 10 Prozent. So zählt die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” nur noch 830 000 Leser, statt 950 000 im Vorjahr. Auch “Bild” muss Federn lassen und erreicht nur noch 9,35 Millionen Leser – 52 000 weniger als 2007.

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